Teil 2: Übersetzung (1) und Coverentwurf
Folgende Textausschnitte zeigen die Problematik, mit der man beim Übersetzen sehr schnell konfrontiert wird: Deutsch ist manchmal eine schwierige Sprache für poetische Texte und viele Dinge können schlicht nicht wörtlich übersetzt werden (siehe Bsp. 3). Dazu kommt, dass Englisch schlicht mehr Wörter hat
Bsp1: Formulierung
Originaltext:

Rohübersetzung:

Erstkorrektur:

Zweitkorrektur:

Endversion:

Bei diesem Beispiel war die Übertragung relativ einfach. Zwar muss die englische Satzkonstruktion z.T. umgestellt werden, da wir im Deutschen keine Entsprechung haben. Die Hauptarbeit des Lektorats besteht hierbei, den Text flüssig lesbar und sprachlich angenehm für den Leser zu machen.
Bsp. 2: Begrifflichkeiten
Vorbemerkung: Einer der Protagonisten (Elijah) gehört einer Amish-Gemeinde an. Mehr Infos zu den Amish gibt es hier.
Originaltext:

Prinzipiell ist dies kein kniffliger Dialog – wäre das nicht die Begrifflichkeit der „English“, die Eli hier benutzt. Zur Erläuterung: Die Amish in den USA sprechen oft ihre eigene Sprache (einen altpfälzischen Dialekt) und bezeichnen alle Nicht-Amish als „English“. Logisch, wenn man die Landessprache der USA bedenkt.
Es gäbe nun theoretisch drei Möglichkeiten, mit diesem Begriff umzugehen:
1. „die Engländer“ – nicht korrekt, da sich die Bezeichnung nicht auf eine geographische Lage, sondern auf die benutzte Sprache bezieht
2. „die English“ – das Belassen des englischen Wortes ist zwar denkbar, klingt im deutschen Text jedoch nicht besonders elegant
2. „die Englischen“ – unsere Wahl, da dies die sprachliche Komponente und den Bezug am Besten wiedergibt
Endversion:

Bsp.3: Wortspiele
Originaltext:

Die wohl schwierigste Übersetzungskategorie sind die Wortspiele, da es nur extrem selten ein ähnlich gelagerte Wendung in beiden Sprachen gibt. Wir sind hier also gezwungen, uns ein wenig vom Originaltext wegzubewegen, um den Sinn der Formulierung zu transportieren.
Endversion:

Coverentstehung
Kommen wir nun noch zu den ersten Schritten zur Entstehung eines Buchcovers. Der ausgewählte Illustrator bekommt von uns natürlich Vorab-Informationen wie Inhalt des Buches, Optik der Protagonisten und Symboliken, die er möglichst verwenden sollte. Daraus entstehen dann zwei bis drei Entwürfe, die uns vorgelegt werden.
Entwurf 1:
Entwurf 2:

Das Lektorat wählt nun den Entwurf, der am Besten geeignet ist und passt diesen in Absprache mit dem Illustrator an. Dabei werden sowohl auf die Optik der Protagonisten, wie auch die Aufteilung des Bildes geachtet. Schließlich müssen auf dem Cover noch Titel und Autor ihren Platz finden. Auf dem Backcover muss genug Raum für Klappentext, Strichcode und Buchinformation sein.
Finaler Entwurf:








